Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung unserer Dienste.
Seite verlassen Cookies akzeptieren

Strategien für zeitgemäßes Twitter-Marketing

Strategien für zeitgemäßes Twitter-Marketing

In der Mitte des vergangenen Jahres wandelte der Social-Media-Anbieter Twitter sein Emblem leicht ab. Nicht nur der Korpus des Vögelchens wurde grafisch neu gestaltet, sondern vor allem musste der “Twitter”-Schriftzug und das kleine “t” weichen. Ein symbolträchtiges Zeichen dafür, wie etabliert und allgemeinhin bekannt Twitter geworden ist.

Drei Kreise bilden nun die Grundlage für den stilisierten, blauen Vogel – Korpus, Kopf und Flügel. Ein Sinnbild dafür, dass auf Twitter jeder seine Interessen, Ideen und eigenen Netzwerke mit anderen teilt und es so zu Überschneidungen auf diesen Gebieten kommt. Diese Menge der Überschneidungen ist der soziale Faktor an Twitter und macht den Charme des Dienstes aus.

Nicht umsonst ist das Twittern also auch in Deutschland zunehmend beliebter geworden. Durch die Verwendung des Dienstes in den Medien rückt Twitter zusätzlich ins Licht der Öffentlichkeit und der Markenname verbreitet sich auch in den Teilen der Gesellschaft, die mit sozialen Netzwerken nichts anfangen können. So fragen beispielsweise selbst Nachrichtenmagazine des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über ihre eigenen Social-Media-Accounts nach Meinungen zu bestimmten Themen und tragen ausgewählte Reaktionen der Nutzer live in der Sendung vor – und wie gemeinhin in Deutschland bekannt, kann man nicht mehr abstreiten, dass etwas etabliert ist, wenn selbst ARD und Co. es verwenden.

Twitter: Ein kurzes Portrait

Weitschweifender Erklärungen bedarf es bei dieser grundlegenden Frage vermutlich nicht mehr. Twitter ist ein Microblogging-Dienst in Echtzeit, das bedeutet, seine Nutzer veröffentlichen kurze Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen, welche sofort auf Twitter erscheinen. Die eigenen Follower (äquivalent zu “Freunden” bei Facebook) sehen diese Nachrichten in ihrer so genannten Timeline, doch auch jeder andere Nutzer kann jede Nachricht prinzipiell sehen, sofern er in welcher Form auch immer auf sie aufmerksam wird. Die Beiträge können sodann von Followern und anderen Nutzern erneut veröffentlicht werden (re-tweeten). Auch per Suchmaschine können Tweets gefunden werden, es existiert auf Twitter also keine Privatsphäre mit Ausnahme der Direct Messages (analog zu Private Messages bei Facebook).

Nicht mehr von Twitter wegzudenken sind die Hastags, also die Raute-Symbole. Sie dienen der Zuordnung von Tweets zu Themen, Diskussionen und Chats.

Wie Sie sich einen herausragenden Twitter-Account erstellen und mit vergleichsweise wenig Zeitaufwand Follower generieren, haben wir bereits einmal für Sie zusammen gefasst. Im heutigen Beitrag hingegen werden wir uns darauf konzentrieren, Marketingstrategien für Twitter zu vermitteln und aufzuzeigen, wie sich diese in den Alltag eines Unternehmens integrieren lassen und der Zeitaufwand u.a. durch sinnvolle Tools reduziert werden kann.

Twitter-Marketing: Was zählt?

Twitter ist interaktiv. Twitter ist schnell. Twitter ist ein Wasserglas, in dem ständig ein starker Sturm herrscht. Dies müssen Sie bedenken, wenn Sie Marketingstrategien für dieses Netzwerk erstellen. Hinzu kommt, dass Twitterer Werbung tendenziell schlechter annehmen als beispielsweise Facebook-Nutzer, weil sie nicht von Beginn an daran gewöhnt wurden. Noch heute existieren nur wenige und sehr teuere Möglichkeiten, auf Twitter zu werben – im Vergleich zu Facebook sind es Welten. Sponsored Tweets, Firmenaccounts und Sponsored Trends – damit sind Ihre (Outbound-)Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft. Aber: Nutzen Sie Inhalte und bauen Sie sich ein Experten-Image auf Ihrem Gebiet auf, werden Sie Twitter als Marketingplattform lieben lernen.

Eine gute Grundlage, um auf Twitter erfolgreich zu sein, ist persönliches Networking. Sie haben bereits viele Kontakte, diskutieren gern und oft über neue Entwicklungen und sind gut vernetzt? Perfekt! Nehmen Sie dies alles mit auf Twitter und verwandeln Sie Ihren jungfräulichen Account in eine wahre Größe. Sie werden in kurzer Zeit eine große Gefolgschaft haben, mitreden und Kontakte auf ganze neue Weise pflegen können. Zunächst spielen Sie mit, nutzen Influencer und Multiplikatoren, um Ihre Bekanntheit zu steigern und sich einen Ruf zu erarbeiten – und schon bald sind Sie selbst Influencer.

Drei Elemente sind essentiell, um erfolgreich ein Produkt, ein Unternehmen, eine Kampagne oder ein Event zu promoten: Timing, Reichweite und Resonanz bzw. Aktivität. Gelingt es Ihnen, alle drei Erfolgsfaktoren zu kombinieren, werden Sie Twitter als Marketinginstrument lieb gewinnen und sind für die Zukunft mit der Möglichkeit und dem Fachwissen ausgestattet, um jedes Produkt oder Projekt, jede Kampagne und jedes Event effektiv zu vermarkten.

Timing: Verpassen Sie Ihre Follower nicht!

Wenn Sie damit beginnen, einen Twitter-Account aufzubauen und ihn marketingtechnisch sinnvoll zu verwenden, müssen Sie sich zunächst nach Ihren Followern richten. Twittern Sie zu einem Zeitpunkt, an welchem nur ein geringer Prozentsatz Ihrer Follower aktiv ist, wird Ihr Tweet unabhängig von seiner Qualität in der Timeline der Nutzer untergehen. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Twitter ein Echtzeit-Medium ist – was gerade geschieht, wenn ich als Nutzer aktiv bin, das interessiert mich. Nichts anderes. Und es sei denn, mir ist sehr langweilig, sehe ich mir auch nicht meine komplette Timeline des angebrochenen Tages an.
Somit wird deutlich, dass das richtige Timing ein größeres Problem darstellt, als auf den ersten Blick ersichtlich.

Die Twitter-Timeline

Es gilt nicht nur, die richtige Botschaft zu finden, zu formulieren und zum richtigen Zeitpunkt zu veröffentlichen. Vielmehr müssen Sie auch in Echtzeit auf Ihre Follower und etwaige aufstrebende Trends reagieren – keine Kleinigkeit, muss man dies alles doch in den Büroalltag integrieren, der ohnehin schon eng getimed ist. Doch Angst vor zu großem Workload muss nicht sein – mit dem richtigen Portfolio an Maßnahmen und Tools, die wir in diesem Artikel beschreiben und Ihnen an die Hand geben, gelingt Ihnen das Twitter-Marketing ohne Einsteigerprobleme.

In den USA gehört Twitter für Privatpersonen wie Unternehmen bereits seit längerem zum Alltag. Entsprechend haben sich dort auch mehr Experten mit Statistiken und Analysen der Twitterer beschäftigt und bezüglich des Timings herausgefunden, dass die meisten Amerikaner gegen 5 Uhr nachmittags Eastern Standard Time (z.B. Ortszeit von New York) twittern. Deutlich wird dies an der Re-Tweet-Rate. Sie liegt um 5 Uhr EST bei etwa 6% – der Höchstwert im Tagesdurchschnitt.
In deutscher Zeit entspräche das 11 Uhr vormittags. Doch derart einfach lässt sich diese Aussage leider nicht übertragen. In etwa eingrenzen kann man jedoch, dass gerade im Geschäftsbereich die meisten Accountinhaber zu Zeiten der Mittagspause aktiv sind; also grob zwischen 11.30 Uhr und 14 – 15 Uhr.

Zugegebener Maßen, diese Angaben sind mangels verlässlicher Studien nicht sonderlich konkret. Helfen können Ihnen Tools wie beispielsweise hootsuite. In drei verschiedenen (darunter auch einer kostenlosen) Versionen erhältlich, lassen sich mit diesem Tool die Tweets vorausplanen und können an genau dem Zeitpunkt gesendet werden, an dem er das Publikum mit der größten Wahrscheinlichkeit erreicht. Integriert ist zudem die Möglichkeit, Ihre Follower in Listen einzuteilen, so dass Sie keine wichtigen Tweets von Experten und anerkannten Größen mehr verpassen. Die beiden kostenpflichtigen Versionen von hootsuite enthalten darüber hinaus weitere Twitter- sowie Facebook- und Google-Funktionen sowie Support. Ein Plus für Sie, denn wenn Sie die Möglichkeit haben, Tweets im Voraus zu planen und zu timen, können Sie sich anschließend um anderes kümmern (und müssen auch nicht Ihre Mittagspause dazu nutzen, Firmentweets zu veröffentlichen).

Reichweite und Resonanz: Hier gilt “Qualität statt Quantität”

Der einfachste und vermutlich auch effektivste Weg, sich eine Twitter-Gefolgschaft aufzubauen, besteht schlicht im Folgen anderer Accounts. Jedoch ist nicht jeder “gut genug” für Sie! Suchen Sie zu Beginn manuell Accounts von Personen oder Unternehmen, welche für Ihren Themenbereich/ Ihre Branche interessante Inhalte mit Mehrwert bieten, einen guten Ruf genießen und bekannt sind. Auch sollten diese Accounts gut gepflegt sein und regelmäßig mit hochwertigen Tweets versorgt werden. Folgen Sie solchen Accounts, ist es eine Frage der Zeit, bis Ihnen selbst auch gefolgt wird. Übereilen Sie es jedoch nicht mit dem Aufbau Ihrer Twitter-Gefolgschaft – der Dienst achtet auf ein ausgewogenes Following-Follower-Verhältnis. Ab einer Gefolgschaft von 2 000 Nutzern greift ein Automatismus, welcher besagt, dass ab 2 000 Nutzern das Following-Follower-Verhältnis 1,1 zu 1 sein muss. Das bedeutet: Bei 2 000 Followern muss man selbst 2 200 Accounts folgen, bei 3 000 Followern folgt man selbst 3 300 usw. So erreicht Twitter ein ausgewogenes Verhältnis von Folgenden und Gefolge und verhindert, dass Accounts nur für die Informationsweitergabe an Nutzer erstellt werden. Schließlich ist Twitter interaktiv und kein Unternehmensblog.

Der Aufbau einer Gefolgschaft ist nicht unbedingt ein Ein-Tages-Projekt. Dennoch wird es lohnen, denn sobald Sie einmal etabliert sind, werden Ihre Twitter-Aktivitäten mehr und mehr zu einem Selbstläufer. Planen Sie also für den Start Ihres Twitter-Projektes mehr Zeit ein; später wird sich der zeitliche Aufwand reduzieren.

Bedenken Sie auch, dass 3 000 Nutzer nicht unbedingt effektiver sind als 1 500! Es kommt darauf an, wie aktiv Ihre Follower sind. Folgen Ihnen viele inaktive Nutzer erreichen Sie schlussendlich weniger Personen als mit einer geringeren Anzahl an Nutzern, die aber gern Ihre Inhalte re-tweeten. Mit jedem Re-Tweet erreichen Sie zusätzlich alle Follower Ihrer aktiven Follower – ein enormer Reichweitengewinn.

Eine weitere Falle ist die interne Follow-Begrenzung seitens Twitter. Folgt man innerhalb eines Tages zu vielen Nutzern auf einmal, kann das ohne Vorwarnung zu einer Sperrung des Accounts führen. Diesen Umstand können Sie jedoch positiv nutzen: Beginnen Sie den Tag mit der Suche nach passenden Accounts, um ihnen zu folgen. Haben Sie einige Dutzend gefunden, können Sie sich dem Tagesgeschäft widmen.

Bei welcher Größenzahl diese Begrenzung liegt, darüber schweigt Twitter übrigens in seinen Richtlinien.
Zusatzinformation: In diesen wird auch festgelegt, dass das “Einrichten oder der käufliche Erwerb von Accounts mit dem Ziel, Follower zu gewinnen” ebenfalls unter die Rubrik Spam fällt. Ein weiterer Grund, gerade beim Twittern auf gute Inhalte zu achten, und nicht des Twitterns wegen zu twittern.

Sie haben nun also über mehrere Wochen hinweg 100, 150 oder mehr Follower generiert. Diese sind auf verschiedene Weisen zustande gekommen. Einerseits interessierten sich einige der von Ihnen gefolgten Accountinhaber (zumindest diejenigen, die nicht ihrerseits hunderte von Followern haben) für Sie, sahen sich Ihr Profil an und folgten Ihnen zurück. Andererseits (und dies ist auch bei 2 000 oder mehr Followern möglich) erreichen Sie durch gute Inhalte mehr Nutzer, weil diese die Inhalte retweeten, so dass auch die Follower Ihrer Follower sie sehen. Mund-zu-Mund-Propaganda auf Knopfdruck.

Vielleicht haben Sie jedoch auch ein größeres Marketingbudget und möchten sich Zeit ersparen? In diesem Fall können Sie in Betracht ziehen, Trends zu kaufen. Trends sind die Themen, über die Twitter-Nutzer aktuell sprechen, und somit ein wichtiger Indikator für Ihre eigenen Tweets. Hängen Sie sich an ein solches Thema, können Sie einfach durch Verwendung des jeweiligen Trend-Hashtags in eine laufende Diskussion einsteigen und Ihren Bekanntheitsgrad steigern. Passen Ihre Themen nicht zu den aktuellen Trends? Sie können einen Hashtag wählen und ihn als “Sponsored Trend” in der Trendbox anzeigen lassen. Vorsicht, teuer!

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie auch tatsächlich etwas beizutragen haben. Einen Trend zu kaufen und die entstehende Diskussion anschließend nicht leiten und befeuern zu können, ist nicht nur ineffektiv, sondern kann sogar Schaden verursachen. Zumal Twitter besonders gern für Beschwerden genutzt wird. Hier ist Moderationsgeschick und vor allem ein Eingehen auf Ihre Nutzer gefragt.

 Nachdem Sie sich eine Basis geschaffen haben, sollten Sie einen Frühjahrsputz durchführen: Entfolgen Sie Accounts, die Ihnen nicht zurückgefolgt und nicht interessant oder autoritär genug sind, um ihnen dennoch treu zu bleiben. Diesen Prozess können Sie mit Hilfe von Tools wie TwerpScan teilautomatisieren, indem Ihnen das Programm das Verhältnis von Following und Follow aufschlüsselt. So können Sie auf einen Blick identifizieren, welcher Ihrer Follower und derjenigen, denen Sie folgen, nur Spam verursacht. Diese können anschließend einfach entfolgt oder blockiert werden.

Nutzen Sie dieses Folgen und Entfolgen häufiger – wobei Sie vorsichtig vorgehen sollten, da Twitter in seinen Richtlinien auch dies ab einer gewissen Häufigkeit als Spam ansieht – helfen Tools wie TweetAdder, diesen Prozess zu vereinfachen, indem sie unter anderem nach Interessen filtern.

Speziell auf die Identifizierung inaktiver und Spam-Follower hat sich das Tool ManagerFlitter spezialisiert. So darwinistisch es klingen mag, inaktive Nutzer sind eher eine Last für Sie.

Erste Erfolge! Was nun?

Kurze Antwort: Monitoren, planen, kreativ sein.

Ausführliche Antwort: Twitter ist, wie bereits erwähnt, interaktiv und ein Echtzeit-Medium. Besonders, nachdem Sie etwas getweetet haben, sollten Sie Twitter für die nächsten Stunden im Browser geöffnet haben und sich zwischendurch immer wieder die Reaktionen ansehen. Begehen Sie nicht den “Facebook-Fehler”: Auf Twitter reicht es nicht, ab und an etwas zu posten und zu hoffen, dass es sich verteilt. Denn hier ist mehr möglich, als einen Kommentar auf einer Pinnwand zu hinterlassen.

Die geringe Anzahl an zur Verfügung stehenden Zeichen, der Stellenwert Twitters als Möglichkeit zur Live-Konversation und die inhaltsgebundene Struktur kreieren eine besondere Atmosphäre des Austauschs zwischen Menschen. Zudem lässt sich Twitter wie kein anderes Netzwerk “mal schnell zwischendurch” bedienen und darf sich daher besonders hoher Aktivitätsraten erfreuen. Das bedeutet konkret für Sie: Reagieren Sie nicht auf Reaktionen Ihrer Nutzer, sind Sie bald schon im Abseits. Wie bereits erwähnt, wird Twitter nicht zuletzt sehr gern als Beschwerdesammelstelle genutzt – stellen Sie sich vor, es häufen sich negative Kommentare über Ihr Produkt, Ihr Unternehmen oder Ihr Event, und Sie wirken dem nicht entgegen! Diesen Account müssten Sie wohl schließen. Interaktivität bedeutet, dass auch Sie als Unternehmen oder Projektteam greifbar sind und antworten. Um dies zu bewältigen, sollten Sie (gerade bei größeren Unternehmen/ Projekten) zunächst Ihre internen Strukturen auf den Prüfstand setzen. Haben Sie die Zeit, so auf Ihre Twitter-Marketingstrategie einzugehen? Wer tweetet? Wer bedient die Tools und monitored?

Sind Sie auf diesem Terrain sicher, können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen – einer der großen Vorteile von Twitter. Ob Tweet-Ins, themengebundene Chats, Fragerunden oder Wettbewerbe, die Möglichkeiten sind grenzenlos. Bleiben Sie fokussiert auf Ihre grundlegende Strategie, beachten die Fallen, die einem bei der Verwendung Twitters durchaus begegnen können, und arbeiten Sie dennoch kreativ – dann wird Ihre Twitter-Strategie einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg Ihres Marketings im Gesamten leisten.



» Social-Media-Profile der Dax-30 CMOs
» Die 10 trafficstärksten Online-Shops Deutschlands

Werbung

Aktuelle Anzeigen auf Mabya.de


RankSider